Feuerwehr Hessisch Lichtenau 112

Aktuelles 2016

09.06.2016

Stadtbrandinspektor Erich Hildebrand gibt sein Amt auf

Hessisch Lichtenau. Nach 14 Jahren ist Schluss: Erich Hildebrand scheidet aus seinem Amt als Stadtbrandinspektor aus. Am Dienstag wählt die Feuerwehr seinen Nachfolger.

30 Zentimeter steht die Hauptstraße in Quentel nach einem Unwetter 1969 unter Wasser, viele Keller sind überflutet. Mit weiteren Jungs wird der damals 16-jährige Erich Hildebrand gefragt, ob er nicht mithelfen kann. Von nachmittags bis tief in die Nacht hilft er dann, Pumpen und Schläuche zu tragen, Kellertüren zu öffnen und den Schlamm grob mit dem Besen wegzumachen.

„Das war die Initialzündung für mich; daraufhin bin ich in die Feuerwehr eingetreten“, berichtet Hildebrand. Von den sieben Jungs, die nach dem Unwetter mit ihm eingetreten waren, ist er mittlerweile der einzige, der noch aktiv ist - und zwar mit Herz und Seele: Seit 14 Jahren bildet Hildebrand als Stadtbrandinspektor von Hessisch Lichtenau den Lückenschluss zwischen Wehr und Verwaltung. Doch damit ist heute Schluss: Hildebrand wird das Amt an seinen Nachfolger übergeben.

In seinen nunmehr 47 Jahren bei der Feuerwehr hat der selbstständige Holztechniker neben 27 besuchten Lehrgängen einiges erlebt. Von den jährlich rund 130 Einsätzen ist er bei gut 80 dabei. So war er bei acht Großbränden, zwei Hochwasser-Einsätzen und zwei besonders schrecklichen Unfällen vor Ort. Bei einem sei ein Autofahrer mit seiner Corvette auf der B 7 gegen einen Lkw geprallt und in seinem Fahrzeug verbrannt. „Diesen Anblick muss man auch erstmal irgendwie wegstecken“, sagt der 63-Jährige. Dabei habe sich die Nachbesprechung bewährt, bei der auch mal ein Pfarrer anwesend sei.

Das Durchkommen zu den Einsätzen sei in den vergangenen drei Jahren zunehmend schwieriger geworden: „Wir haben zwar nur einen kleinen Autobahnabschnitt, aber trotzdem scheint es problematisch, Einsatzfahrzeugen Platz zu machen.“ Das Sachgebiet Autobahn wird Hildebrand auf Wunsch von Kollegen bis zu seinem 65. Lebensjahr weiterhin bei der Feuerwehr betreuen. Privat will er mehr wandern und generell mehr unternehmen. „Das ist in den vergangenen Jahren oftmals auf der Strecke geblieben, weil gut drei Abende der Woche für die Feuerwehr draufgegangen sind.“

Der Einsatz wurde oft belohnt: Vergangenes Jahr stand nach einem Blitzeinschlag der Dachstuhl eines Hauses in Fürstenhagen in Flammen. Die Feuerwehr hatte große Mühe, das gedämmte Energiesparhaus zu löschen. „Die Kinder der Familie haben hinterher eine Karte gemalt und zum Dank wurden alle Einsatzkräfte zum Grillen eingeladen“, erzählt Hildebrand. Öfter gebe es mal ein Dankeschön oder Getränke. Vor allem in den Ortsteilen kümmere sich die Bevölkerung relativ schnell um die Feuerwehr. „In den Ortsteilen, wo noch mehr Zusammenhalt herrscht, erhalten wir bei größeren Einsätzen Kaffee und Getränke, ab und an auch mal etwas zu essen.“ Aber in der Größenordnung eines Grillabends habe es das noch nie gegeben.

Quelle: HNA Witzenhausen (Foto: Skupio)

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